Brandschadensanierung Gasthof Adler, Gipf-Oberfrick

Im Juli 2025 wurde der Gasthof Adler in Gipf-Oberfrick durch einen Brand schwer beschädigt. Die Scheune wurde dabei vollständig zerstört. Das Feuer griff auf den Dachstock des Wohnteils über. Betroffen ist insbesondere der von der Strasse abgewandte Hausteil mit den Hotelzimmern.

Sofortmassnahmen

Unmittelbar nach dem Ereignis erfolgte die Sicherung des Gebäudes. Gebr. Schmid erstellte ein Notdach, um die darunterliegende Struktur vor Witterungseinflüssen zu schützen und die Grundlage für die weiteren Arbeiten zu schaffen.

Sanierung und Wiederaufbau Dachstuhl

Die Sanierung und Rekonstruktion stellt hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Ziel ist es, die bestehende Konstruktion so weit wie möglich zu erhalten und neue Bauteile dem Ursprung nachzubauen.

Zu den Leistungen von HUSNER zählen:

  • Rückbau der verkohlten Tragwerkteile und Wiederaufbau des Dachstuhls unter Berücksichtigung des Bestands
  • Sanierung und Ergänzung der Tragkonstruktion
  • Einbau neuer Dachfenster
  • Innenausbau im Dachgeschoss mit neuem Täfer

Die Brandschäden am Holz mussten differenziert beurteilt werden. Einerseits fordert der von der Landstrasse abgewandte Gebäudeteil aufgrund der starken Brandschäden ab First einen vollständigen Neuaufbau. Nicht mehr tragfähige Elemente werden 1:1 ersetzt, um die statische Funktion zu gewährleisten. Eine zentrale Herausforderung ist die exakte Rekonstruktion des Dachstuhls. Diese orientiert sich konsequent am Original. Die Binderkonstruktion bauen unsere Zimmermänner identisch nach

Hingegen können noch tragfähige Bestandselemente der Balkenlage erhalten bleiben. Diese hat HUSNER gereinigt und gebürstet. Besonders anspruchsvoll sind die Übergänge zwischen bestehender und neuer Struktur. Sie erfordern präzise Anpassungen und einen hohen Anteil an handwerklicher Detailarbeit.

Die Dacheindeckung mit Ziegeln erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Gebr. Schmid.

 

 

Holz zeigt im Brandfall klare und oft unterschätzte Stärken. Im Gegensatz zu vielen anderen Baustoffen verhält es sich berechenbar und verliert seine Tragfähigkeit nicht abrupt. Die Verkohlung schützt den inneren Querschnitt und erhält die Stabilität über einen längeren Zeitraum. Gleichzeitig lassen sich beschädigte Bereiche gezielt sanieren. Diese Eigenschaften machen Holz zu einem sicheren und wirtschaftlichen Baustoff – auch unter Brandschutzaspekten.

Holz im Brandfall – tragfähig und sanierbar

Berechenbares Brandverhalten

Holz brennt gleichmässig. Im modernen Holzbau zeigt sich, dass die Abbrandrate bekannt und gut kalkulierbar ist. Tragreserven lassen sich im Voraus bemessen.

Tragfähigkeit bleibt im Brandfall länger erhalten

Im Gegensatz zu Stahl verliert Holz seine Tragfähigkeit nicht unvermittelt. Eine Stahlkonstruktion kann sehr rasch an Stabilität verlieren. Je nach Legierung kommt Stahl bereits ab 550 - 650 °C "ins Fliessen". Holz hingegen besitzt durch die natürliche Verkohlungsschicht einen wirksamen Hitzeschutz. Diese Schicht verlangsamt den Abbrand, sodass der Querschnitt gleichmässig und berechenbar reduziert wird. Die Tragfähigkeit bleibt wesentlich länger erhalten. Dies führt im Brandfall zu mehr Zeit für Evakuation und Intervention.